Bericht Meyer - Vorstellung Energiekonzept Schnelldorf

SCHNELLDORF (hm) - „Nehmen wir gemeinsam die Herausforderung an!“ - Mit diesem an den örtlichen Gemeinderat sowie an die ganze Bürgerschaft gerichteten Appell will Bürgermeisterin Christine Freier den gelungenen Einstieg in ein gemeindliches Energiekonzept als ersten Schritt in eine positive Gestaltung der Zukunft ihrer Kommune unterstützen und anschieben. Der Abschlussbericht eines in Auftrag gegebenen Energiekonzepts wurde jetzt im Gemeinderat vorgestellt.

Mit den darin enthaltenen Ergebnissen hatte sich zuvor schon der neu ins Leben gerufene gemeindliche Zukunftsausschuss ausführlich befasst und eine Empfehlung an den Gemeinderat gegeben. Wie die Rathauschefin dazu ausführte, will man die Öffentlichkeit für die gesamte Thematik sensibilisieren und ein Energiesparberaterteam installieren. Auf Grund von weiteren Datenerhebungen soll mit der dadurch gewonnenen Datenbasis der Wärmeverbrauch künftig reduziert werden. Auch Stromerzeugung, Stromspeicherung und Elelktromobilität seien künftig wichtige Themen.

 

In die Finanzierung des Projektes sei das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) eingebundes, für welches jetzt Eva Gerdenitsch eine Förderungsquote bis zu 75 Prozent in Aussicht stellte. Mit einer aus dem Konzept hervorgehenden regionalen Wertschöpfung von etwa 3500 Euro pro Jahr und Haushalt könnten künftig jährlich rund 3,5 Millionen Euro an Kaufkraft in der Kommune gehalten werden. Daneben würden aber auch eine autarke Energieversorgung sowie eine damit verbundene Profilschärfung der Kommune einen Nutzen sowohl für Bürger als auch für die Gemeinde bringen.

Die Inhalte des mit großem Aufwand vom Oktober 2013 bis Juli dieses Jahres ausgearbeiteten Energiekonzepts wurden jetzt von Pia Regner und David Eißner vom beauftragten Planungsbüro vorgestellt. Vorgabe sei es auch gewesen, mit einem konkreten Entgegenwirken gegen den Klimawandel zum Gelingen der angestrebten Energiewende beizutragen. Dazu wurde ein umfangreiches Wärmebedarfskataster für die Kommune mit ihren rund 3550 Einwohnern auf einer Fläche von 51,5 Quadratkilometern erstellt.

Aus der Bestandsanalyse ergebe sich demnach, so David Eißner, dass für die Gemeinde Schnelldorf im Jahr 2012 ein Endenergieverbrauch von 56,7 Gigawattstunden (Gwh) errechnet wurde. Dieser Bedarf sei zu 33 Prozent aus Strom, zu 29 Prozent aus regenerativen Energien, zu 21 Prozent aus Heizöl und zu 17 Prozent aus Erdgas gedeckt worden. Dabei wurde für die Kommune eine jährliche CO2-Emission von 17,4 Tonnen berechnet.

20,7 Gwh des Endverbrauchs entfielen dabei auf die Industrie (davon 51 Prozent für Strom und 49 Prozent für Wärme), während der private Haushaltssektor mit zirka 25 Gwh zu Buche steht. Der Energieverbrauch im gewerblichen Sektor liege bei 9,6 Gwh und auf die kommunalen Liegenschaften entfiele eine weitere Gigawattstunde. Im Bereich der erneuerbaren Energien würden derzeit 410 Anlagen in der Gemeinde eine Stromerzeugung von 37,2 Gwh erreichen.

Weil davon aber nur 18,6 Gwh auch tatsächlich verbraucht würden, sei die Gemeinde Schnelldorf schon jetzt ein wichtiger Stromproduzent für die Region und verfüge über gute Voraussetzungen für eine Energiespeicherung. Eine aus den Erhebungen entwickelte Potenzialanalyse sieht mögliche Kosteneinsparungen alleine für ein eventuelles Nahwärmenetz für den Ortsteil Steinbach an der Holzecke in Höhe von rund einer halben Million Euro.

Auch das Evangelische Gemeindehaus in Schnelldorf wurde jetzt in die Untersuchungen miteinbezogen. Insgesamt sehen die Planer in der bayerischen Grenzgemeinde ein Energieeinsparpotenzial von bis zu 26 Prozent bis ins Jahr 2020. Durch zahlreiche Maßnahmen und den Aufbau eines kommunalen Energiemanagements sollte ein übergeordnetes Energieziel für die Gemeinde Schnelldorf formuliert werden.

Dieses könnte eine Endenergieeinsparung von 25 Prozent, eine Reduktion der CO2-Emission um 35 Prozent sowie einen Ausbau des Anteils an genutzten erneuerbaren Energien bis zu 75 Prozent bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu den Zahlen für 2012 zum Inhalt haben, wobei der Schwerpunkt nicht auf das Jahr 2020, sondern überhaupt auf das Erreichen der Ziele gelegt werden sollte, wie Gemeinderat Karl Ludwig anfügte. Dazu könnte ein Leitbild entwickelt werden.