Die Geschichte der Gemeinde Schnelldorf

 

Rothenburgerstraße in Schnelldorf Im Lexikon fränkischer Ortsnamen wird die erste Erwähnung Schnelldorfs in das Jahr 1361 gesetzt. Eine eventuelle frühere Erwähnung zum Jahr 1348 bedarf noch einer gezielten Recherche. Im Jahr 1367 wird „Snellendorf“ von dem Grundherren, dem Edelknecht Wilhelm von Bebenburg, um 1500 Pfund Heller an die Gräfin Irmingard von Nassau verkauft. In der gleichen Urkunde wird auch Grimmschwinden das erste mal erwähnt. Die Hohenloher übten die Landeshoheit hier bis zum Jahre 1796 aus. Das Dorf gehörte zum Amte Schillingsfürst genauso wie die Ortschaft Wildenholz. Schnelldorf erhielt schon 1575 eine eigene Dorfordnung , worin es "Flecken" genannt wird.

Als Schnelldorf bei der Landesteilung 1688 an die Linie Hohenlohe - Bartenstein kam, wurde hier ein eigenes Amt errichtet, von dem heute noch das Amtshaus (das "Schlösschen") Zeugnis ablegen. Um 1700 erhielt Schnelldorf einen eigenen Amtschultheißen, bis dahin wurde Schnelldorf vom Amtschultheiß in Wildenholz mitverwaltet.

Ortsansicht aus StraßeVon der Anlage her war Schnelldorf ein Reihendorf (auch Straßendorf genannt), das rechts und links der heutigen Staatsstraße lag. Am unteren Ende des Dorfes lag die Dorfmühle, jenseits der Ampfrach entstand wohl um 1791 das erste Anwesen, die Ziegelei. In der Mitte des Dorfes stand einst eine Kapelle, die im 30-jährigen Krieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut wurde. In diesen Jahren wurden auch zahlreiche Höfe in Schnelldorf und Unterampfrach (1632) niedergebrannt oder lagen öd; die Pest wütete im Lande.

Die Gesamtbevölkerung schmolz auf rund ein Achtel zusammen. Die Landeshoheit der Hohenloher wurde durch den "Landesausgleich" ab 1791 von der preußischen und seit 1806 von der bayerischen ersetzt. ScPostkarte mit mehrerer Häusernhnelldorf zählte im Jahr 1830 65 Häuser. Die Eisenbahnlinie von Ansbach nach Crailsheim wurde in den Jahren 1872 bis 1875 gebaut und brachte für Schnelldorf einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. Für die Erzeugnisse der Landwirtschaft war die Bahnlinie von Vorteil. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren die Steinbrüche (1845 erstmals erwähnt) und der Wald. 1903 kam das Genossenschaftssägewerk nach Schnelldorf. Nach dem zweiten Weltkrieg war auch in Schnelldorf ein Zustrom von Heimatvertriebenen und Evakuierten zu verzeichnen.

Postkarte mit alten Häusern und Gruß aus SchnelldorfDurch die Ansiedelung von Betrieben wurden neue Akzente gesetzt und in der Gemeinde selbst Arbeitsplätze geschaffen. Es entstanden Neubaugebiete für die expandierende Bevölkerung.
Im Jahr 1972 entstand durch die kommunale Gebietsreform die Einheitsgemeinde und das Kleinzentrum Schnelldorf aus den ursprünglich 5 Altgemeinden Oberampfrach, Unterampfrach, Wildenholz, Haundorf und Gailroth. Flurbereinigung und Dorferneuerung trugen positiv zur Gemeindeentwicklung bei.
Nach dem Bau der Bundesautobahnen A6 mit Ausfahrt Schnelldorf und A7 mit Ausfahrt bei Hilpertsweiler und dem Autobahnkreuz an der östlichen Gemeindegebietsgrenze befindet sich Schnelldorf am "zweiten Nabel" Nordbayerns. Auch die Bundesbahnstrecke Nürnberg - Stuttgart durchquert das Gemeindegebiet und seit Dezember 2002 ist der Bahnhof Schnelldorf wieder geöffnet.